Ausgabe August 2015

D-Mark, Familie, Vaterland: Die AfD nach Lucke

Auf dem letzten Parteitag der AfD, so die einhellige Ansicht der Medien, konnte man erleben, wie eine Partei sich selbst zerlegt. Mit dem Essener Parteitag ist die einstige Lucke-Partei Geschichte, die Spaltung der AfD ausgemacht. Dabei bestand das eigentliche Erfolgskonzept der Partei in ihrer strategischen Verbindung der rechts-konservativen und radikal-liberalen Strömungen. Frauke Petry, die neue Führungsfigur der Partei, weiß das durchaus. In ihrer Bewerbungsrede auf dem Bundesparteitag kündigte sie daher bereits die Rückkehr zur Doppelspitze an, die beide Flügel repräsentiert. Gleichzeitig betonte sie die wichtige Rolle der Wirtschaftsliberalen, auch in einem rechts-konservativ geprägten Bundesvorstand. Gleich mehrfach umwarb sie den Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty als Mitglied für den neuen Bundesvorstand – dieser jedoch lehnte ab und kündigte später seinen Parteiaustritt an. Stattdessen gewann sie Starbattys Kollegen Jörg Meuthen für das Amt.

Petry präsentierte sich damit als eine Systemkritikerin auf dem Weg in die notwendige Professionalisierung. Während sie noch kurz zuvor Lucke scharf angegriffen hatte, gab sie sich auf dem Parteitag als integrierende Kraft, die die AfD in ruhigere Zeiten führen könne. Sie zeigte damit ein politstrategisches Geschick, von dem Bernd Lucke bis heute weit entfernt ist.

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Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

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