Ausgabe März 2015

Klatsche für Lucke

Nein, das war nicht der allzeit strahlende Professor Lucke, der sich da am Abend nach der Hamburg-Wahl präsentierte. Arg gerupft sah der Gute aus. Und das nicht ohne Grund: 6,1 Prozent in seiner Heimatstadt sind fürwahr kein Ruhmesblatt und weit entfernt von den AfD-Ergebnissen im Osten der Republik. Und was waren das noch für Zeiten, als eine Schill-Partei in Hamburg aus dem Stehgreif 19,4 Prozent der Stimmen erzielte. 6,1 Prozent? Die hätte „Richter gnadenlos“ sogar aus dem Big-Brother-Container besorgt.

Erleben wir also, nach Pegida, nun auch den Niedergang der AfD? Die Freude wäre verfrüht. Fest steht zumindest eins: Der Höhenflug ist fürs Erste beendet – und der Richtungsstreit umso heftiger entbrannt.

„Ich glaube, es hätte Hamburg geholfen, wenn die Partei dort einen Wahlkampf mit Siegern gemacht hätte“, ließ sich prompt Luckes Noch-Vorstandskollegin Frauke Petry vernehmen. Gemeint waren natürlich die drei Musketiere des Ostens: AfD-Vize Alexander Gauland (11,9 Prozent in Brandenburg), Thüringens Landeschef Björn Höcke (10,6 Prozent) und Frauke Petry höchstselbst (9,7 Prozent in Sachsen). Was hätte diese Troika nicht alles reißen können! Doch in Hamburg musste sie leider draußen bleiben.

Sie haben etwa 36% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 64% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema