Ausgabe November 2015

Bärendienst für den Frieden

Bild: S. Fischer Verlage

Mahatma Gandhi, Martin Luther King, Nelson Mandela, das große Dreigestirn der Weltveränderung durch gewaltfreien Widerstand im 20. Jahrhundert – in dieser Tradition versteht sich Srdja Popovic und er fügt gleich noch einen vierten Namen hinzu: Lech Walesa, der „das Ende des Kommunismus in Europa gebracht“ hat.

„Widerstandsguru“ hat ihn der Berliner „Tagesspiegel“, „Revolutionstrainer“ die „ta- geszeitung“ genannt. Während des Sturzes von Mubarak brachte er es auf die Titelseite der „New York Times“, unzählige Portraits und Interviews von und mit ihm sind erschienen. Kein Zweifel: Dieser studierte Biologe aus Belgrad weiß auf dem Medienklavier zu spielen. Im Jahr 2000 war er mit seiner Organisation Otpor maßgeblich am Sturz von Slobodan Milosevic beteiligt, seither tourt er um die Welt und berät Aktivisten, unter anderem Protagonisten des Arabischen Frühlings. Mit seinem Buch „Protest! – wie man die Mächtigen das Fürchten lehrt“ legt Popovic jetzt ein Art Resumee seiner Arbeit der letzten 15 Jahre vor – gewissermaßen eine Blaupause für gewaltfreien Widerstand, um Diktatoren zu stürzen und Frieden zu schaffen. Und es verdient in der Tat den Titel „Buch des Monats“ – auch wenn das Folgende diesmal ausnahmsweise eher der Abschreckung dienen soll.

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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