Ausgabe März 2017

Alle gegen Trump: Amerikas neue Frauenbewegung

Der Women’s March auf Washington entpuppte sich unerwartet als eine der größten Massendemonstrationen der amerikanischen Geschichte. Millionen von Menschen – Schätzungen reichen von drei bis fünf Millionen – gingen am 21. Januar auf die Straßen von Washington, Los Angeles, New York, Palm Beach/Florida, Boise/Idaho und sogar Fargo/North Dakota. Schwesterdemonstrationen gab es weltweit – ob in Thailand, in Malawi oder in der Antarktis. Die Energie von fast allen Gruppen, die Donald Trumps Wahl alarmiert oder aufgebracht hatte, strömte in diese eine Demonstration. Dass sie am Tag nach seiner Amtseinführung über die Bühne ging, konnte nicht überraschen. Bemerkenswert war aber, dass alle diese Menschen unter dem Banner eines Marsches für Frauen zusammengekommen waren.

Ihre Schilder sprachen unzählige Themen an: Einwanderung, Abtreibung, Rassismus, die Umwelt, Ungleichheit, den neuen Präsidenten: „Flüchtlinge willkommen“, hieß es da, „Halt Deine Gesetze aus meiner Vagina“, „Black Lives Matter“ (Schwarze Leben zählen), „Die Wissenschaft ist real“, „Flint braucht sauberes Wasser“ und „Niemand mag Dich“. Die handgestrickten, pinkfarbenen „Pussyhats“, die viele Teilnehmerinnen trugen – eine Anspielung auf die Angeberei Trumps, er grapsche arglosen Frauen an die Genitalien –, waren in den Tagen vor dem Marsch verspottet worden. Sie seien kitschig, mädchenhaft, eine Zeitverschwendung.

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