Ausgabe April 2019

Italien: Linker Hoffnungsträger Zingaretti?

Bild: imago/Insidefoto

Als am 2. März dieses Jahres 250 000 Menschen in Mailand gegen Rassismus demonstrierten, sah so mancher Sozialdemokrat darin ein gutes Omen: Am darauffolgenden Tag hielt die Partei ihre Vorwahlen über einen neuen Parteivorsitzenden („Primarie“) ab. Fast auf den Tag genau ein Jahr war seit den Parlamentswahlen am 4. März 2018 verstrichen, bei denen der noch vom ehemaligen Premierminister Matteo Renzi geführte Partito Democratico (PD) gerade einmal 18 Prozent der Stimmen erhalten hatte. 

Der große Sieger war damals die populistische Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) mit 32,7 Prozent, die dann mit der rechtsnationalen Lega (17,4 Prozent), trotz großer politischer Unterschiede, nach langem Hin und Her eine Regierung bildete. Die jeweiligen Parteivorsitzenden, Luigi di Maio (M5S) und Matteo Salvini (Lega), traten in die Regierung ein und beanspruchten neben dem Posten des Vizepremiers auch die wichtigen Ministerien für Wirtschaft und Inneres für sich. Während Salvini sofort mit den angekündigten „Aufräumarbeiten“ begann, die in erster Linie Migranten betrafen, und Di Maio sein Bürgereinkommen durch das Parlament boxte, tauchten die Sozialdemokraten unter. Außer internen Machtkämpfen hatten sie nichts zu melden.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Druckausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Oktober 2020

In der Oktober-Ausgabe zeigt der Anthropologe Wade Davis, wie die Corona-Pandemie die gesellschaftlichen Widersprüche der USA offenlegt und ihren Niedergang als Weltmacht beschleunigt. Der Historiker Bernd Greiner porträtiert den einstigen US-Chefstrategen Henry Kissinger und dessen skrupellosen Willen zur Macht. Der Schriftsteller Zafer Şenocak fordert, dass die deutsche Außenpolitik endlich Verantwortung für die kolonialen Verbrechen übernimmt. Die Schriftstellerin Dina Nayeri beschreibt, wie ihre Fluchterfahrung ihre Identität bis heute zutiefst prägt. Und »Blätter«-Mitherausgeber Rudolf Hickel plädiert für soziale Gerechtigkeit bei der Begleichung der gewaltigen Corona-Schulden.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema