Dokumente zum Zeitgeschehen

»Ausländerfeindliche Einstellungen verharren in Ostdeutschland auf hohem Niveau oder nehmen sogar zu«

Studie der Heinrich Böll und der Otto Brenner Stiftung, 9.11.2022

Der »harte Kern« antidemokratischer Milieus wurde kleiner, die Zahlen belegen eine starke Abnahme des Personenkreises mit geschlossen rechtsextremem Weltbild, insbesondere in Ostdeutschland. Damit bestätigt sich die bereits 2020 konstatierte Verfestigung extremistischer Milieus bei rückläufiger Gruppengröße.

Andererseits werden andauernde Problemlagen deutlich. Ausländerfeindliche Einstellungen verharren auf hohem Niveau oder nehmen sogar in den ostdeutschen Bundesländern zu. Jede bzw. jeder fünfte junge Ost- deutsche zwischen 16 und 30 Jahren teilt chauvinistische Positionen – besorgniserregend ist dabei, dass diese Positionen deutlich stärker in der jungen ostdeutschen Generation verhaftet sind als in der restlichen Bevölkerung. Weit in der Gesellschaft verbreitet sind zudem antifeministische und sexistische Einstellungen. Nicht selten gehen sie einher mit anderen Ressentiments wie etwa Homo- und Transfeindlichkeit oder Antisemitismus und zeigen sich eng verwoben mit einem traditionellen Männlichkeitsbild und einer dogmatisch-fundamentalistischen Religiosität. Einen Gewöhnungseffekt an antidemokratisches oder menschenfeindliches Gedankengut darf es nicht geben: Notwendig sind ein lauter Widerspruch und eine engagierte Bildungsarbeit für die vielfältige, liberale Demokratie und Gesellschaft.

Die vollständige Studie finden Sie hier