Handlungsempfehlungen der Expertenkommission »Kinder und Jugendschutz in der digitalen Welt«, 24.6.2026
Kinder und Jugendliche wachsen in einer Welt auf, in der digitale Medien allgegenwärtig sind. Soziale Medien, digitale Plattformen und zunehmend auch Anwendungen künstlicher Intelligenz (KI) prägen ihre Informationsumgebungen, ihre Freizeitgestaltung, ihre sozialen Beziehungen, ihre Lernprozesse und insgesamt ihre gesellschaftliche Teilhabe. Diese Entwicklung eröffnet jungen Menschen neue Möglichkeiten in Bildung, Kommunikation, Kreativität und gesellschaftlicher Teilhabe. Gleichzeitig entstehen neue Gefahren und Risiken. Kinder und Jugendliche sehen verstörende oder manipulative Inhalte, geraten in Kontakt mit übergriffigen Personen, werden in Mobbing oder in riskante Challenges hineingezogen, werden zu Käufen und Abos verleitet oder entwickeln suchtartige Nutzungsmuster. Algorithmische Systeme beeinflussen Informations- und Meinungsbildungsprozesse. Generative KI eröffnet Chancen für Lernen und Innovation, wirft zugleich jedoch grundlegende Fragen nach Transparenz, Verantwortung, Datenschutz, (para-)sozialen Interaktionen und dem Schutz junger Menschen auf.
Die Geschwindigkeit dieser Entwicklungen stellt Familien, Bildungseinrichtungen, Politik und Gesellschaft vor eine zentrale Herausforderung: Die digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen verändern sich heute schneller als die Institutionen, die sie schützen, begleiten und befähigen sollen. Kinder- und Jugendschutz darf deshalb nicht als nachgelagerte Reaktion auf technologische Innovationen verstanden werden. Er muss zu einem integralen Bestandteil der Gestaltung der digitalen Transformation werden. Vor diesem Hintergrund und gemäß dem Koalitionsvertrag für die 21. Legislaturperiode hat das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ eingesetzt. Ihr Auftrag ist es, die Risiken, Herausforderungen und Chancen digitaler Technologien für Kinder und Jugendliche zu analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen für einen zukunftsorientierten Umgang mit ihnen zu entwickeln.
Die Diskussionen der vergangenen Jahre, Monate und Wochen haben stark zugenommen und an Qualität gewonnen. Zahlreiche gesellschaftliche und politische Akteure auf allen Ebenen haben teils widerstreitende Ideen und Positionen eingebracht. Diese Debatten haben mindestens zwei Aspekte aufgezeigt: (1) Der Bedarf an einer ausgewogenen Stärkung des Kinder- und Jugendschutzes in der digitalen Welt ist so groß wie noch nie; (2) Die Herausforderungen sind zu komplex, um sie mit einfachen Antworten zu bewältigen. Weder ein unkritischer Technikoptimismus noch eine Politik der Verbote allein werden den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht. Notwendig ist vielmehr eine ausgewogene Strategie, die Risiken wirksam begrenzt, Chancen eröffnet und die Rechte junger Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellt.
Die ausführlichen Handlungsempfehlungen finden Sie hier.