Dokumente zum Zeitgeschehen

»Die Familien als Seismograph der Krise«

Studie der Universitäten Hildesheim und Frankfurt a.M., 27.5.2020

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Alltag vieler Familien in erheblichem Umfang verändert. Wie es Eltern und ihren Kindern damit geht, wie ihr aktuelles Wohlbefinden ist, was ihren Alltag kennzeichnet, wie die Passung zu den Regelungen der Kitabetreuung, Schulöffnung und auch der Arbeitgeber*innen ist – dies sind die Kernfragen der Onlinebefragung „KiCo“, welche im Zeitraum vom 24.04.2020 bis 03.05.2020 durchgeführt wurde.

Über 25.000 Personen haben in dieser kurzen Zeit mindestens 95 Prozent des Fragebogens beantwortet und sich damit viel Zeit genommen. „Die umfangreiche Beteiligung an der Befragung verstehen wir als einen Indikator dafür, dass es unter Müttern und Vätern einen hohen Mitteilungsbedarf gibt“, so die Wissenschaftlerin Dr. Severine Thomas vom Institut für Sozial- und Organisationspädagogik. Aufgabe von Wissenschaft ist es aus Sicht des Forschungsverbundes „Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit“, Informationen der Befragten möglichst zügig aufzubereiten und die Ergebnisse zu kommunizieren. In diesem Grundverständnis werden erste Einblicke in die Auswertung des Datenmaterials gegeben.

Vor allem haben sich erwerbstätige Mütter beteiligt. Sie berichten von Schuldgefühlen gegenüber ihren Kindern und dem Arbeitgeber, weil sie alles gleichzeitig managen müssen. Die befragten Eltern versuchen ihren Kindern Rückzugsmöglichkeiten zu Hause zu ermöglichen, für sich selbst haben sie diese häufig nicht. „Doch es gibt auch Mütter und Väter, die durch ihre Erfahrungen eine neue Perspektive gewonnen haben und den Alltag vor der Pandemie zwischen Erwerbsarbeit, Schule, Freizeit, Fürsorge nun als äußerst aufreibend beschreiben“, so Johanna Wilmes aus dem Forschungsteam.

Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier.