Dokumente zum Zeitgeschehen

»Die Hälfte der Flüchtlinge hat einen Job«

Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), 4.2.2020

Der starke Anstieg der Fluchtmigration im Jahr 2015 jährt sich im kommenden Herbst zum fünften Mal. Für eine Bilanz dieses Prozesses ist es – auch weil viele Daten erst mit zeitlicher Verzögerung zur Verfügung stehen – noch recht früh. Auf Grundlage der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten zeichnet sich allerdings ab, dass bei der Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt und andere gesellschaftliche Bereiche inzwischen erhebliche Fortschritte erzielt worden sind.

Die Arbeitsmarktintegration der seit 2013 zugezogenen Geflüchteten erfolgt etwas schneller als bei denjenigen, die seit 1990 zugezogen sind. Abbildung A2 zeigt die Wahrscheinlichkeit der ersten Aufnahme einer Erwerbstätigkeit in Deutschland von Geflüchteten im Verlauf von 60 Monaten nach dem Zuzug. Die seit 2013 zugezogenen Kohorten der Geflüchteten haben 46 Monate nach dem Zuzug die Schwelle überschritten, bei der die Hälfte von ihnen eine erste Erwerbstätigkeit in Deutschland aufgenommen hat. Bei den seit den frühen 1990er Jahren bis 2013 zugezogenen Geflüchteten war das 50 Monate nach dem Zuzug der Fall. Zwar erfolgte die Arbeitsmarktintegration der seit 2013 zugezogenen Geflüchteten in den ersten drei Jahren etwas langsamer als bei den früheren Kohorten. Danach hat sich der Trend allerdings umgekehrt und mit zunehmender Aufenthaltsdauer geht die Schere zwischen den beiden Gruppen weiter auseinander.

Auf den ersten Blick scheint es überraschend, dass sich die in jüngerer Zeit zugezogenen Geflüchteten etwas schneller in den Arbeitsmarkt integrieren als etwa Geflüchtete, die infolge der Balkankriege nach Deutschland gekommen sind. So waren damals die Voraussetzungen im Hinblick auf Bildung und Ausbildung, deutsche Sprachkenntnisse und Netzwerkbeziehungen nach Deutschland günstiger als unter den Geflüchteten der letzten Jahre (Brücker/Hauptmann/Vallizadeh 2015). Allerdings ist gegenwärtig in Deutschland die Arbeitslosigkeit deutlich geringer und das Beschäftigungswachstum deutlich höher als in den 1990er Jahren.

Die vollständige Studie finden Sie hier.