Abschlussbericht der Corona-KiTa-Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und des Robert Koch-Instituts (RKI), 2.11.2022
Ein kleiner, aber substanzieller Anteil an Familien berichtet von auffälligen Verhaltensweisen, psycho-sozialen Problemen oder psychosomatischen Symptomen bei ihren Kindern. Eltern geben für ihre Kinder, die zum Befragungszeitpunkt ihren Betreuungsplatz aufgrund von Pandemiefolgen nicht nutzen, die niedrigsten Wohlbefindens- und die höchsten Auffälligkeitswerte an (im Vergleich zu Kindern, die keinen Platz haben oder ihren Platz nutzen können). Auch Kinder, die regelmäßig ihre Kindertagesbetreuung besuchen konnten, erlebten nicht nur eine Reduktion der gewohnten Betreuungszeiten, sie vermissten ebenfalls ihre Peer-Kontakte. (...)
Viele Einrichtungen geben einen relevanten Anteil an Kindern an, die in verschiedenen Entwicklungsdomänen einen deutlich höheren Förderbedarf hätten als im Vergleich zu vor der Pandemie; deutlich geringer ist der Anteil von Einrichtungen, die von vermehrten Rückstellungen vom Schulbesuch berichten. Diese Befunde sind sozial stratifiziert und stehen im deutlichen Zusammenhang mit der sozialen Zusammen-
setzung der in der Einrichtung betreuten Kinder. Je höher der Anteil an Kindern aus sozioökonomisch schwachen Familien ist, desto pessimistischer sind die Angaben der Einrichtungen.
Für Familien bedeutete die COVID-19-Pandemie von Beginn an deutliche Mehrbelastungen und Herausforderungen in nahezu allen Lebensbereichen. Insbesondere während der strikten Kontaktbeschränkungen 2020 und 2021 führten die KiTa-Schließungen und die damit einhergehende Unsicherheit und geringe Planbarkeit des Familienalltags zeitweise zu umfangreichen Anpassungen des Familienlebens, einem erhöhten allgemeinen Stresserleben der Eltern und einer erhöhten Belastung durch die Betreuung der eigenen Kinder. Von dieser Belastung waren doppelerwerbstätige Elternpaare sowie Alleinerziehende besonders betroffen.
Den vollständigen Abschlussbericht finden Sie hier.