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»Die radioaktiven Olympischen Spiele«

Aufruf der Ärzteorganisation IPPNW, 9.3.2020

Japan lädt die Sportler der Welt zu sich ein: 2020 sollen die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio stattfinden. Wir hoffen auf friedliche und faire Spiele. Gleichzeitig sind wir besorgt, denn auch in der Hauptstadt der Präfektur Fukushima sind olympische Wettkämpfe geplant: Baseball und Softball-Spiele sollen in Fukushima Stadt ausgetragen werden – 50 km vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt. 2011 kam es dort zu einem mehrfachen Super-GAU. Radioaktive Wolken verstrahlten damals Japan und den umliegenden Ozean - vergleichbar nur mit dem Super-GAU in Tschernobyl.

Die havarierten Reaktoren sind noch längst nicht außer Gefahr. Von ihnen geht eine anhaltende Strahlenbelastung aus; jeden Tag nimmt die radioaktive Kontamination von Meer, Luft und Boden zu. Große Mengen an radioaktivem Material befinden sich weiterhin in den havarierten Reaktorgebäuden, während auf dem Kraftwerksgelände radioaktive Materialien unter freiem Himmel gelagert werden. Dieser Zustand stellt im Fall eines erneuten Erdbebens eine große Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Atomkatastrophe dauert an. Es gibt keine Entwarnung.

Die mediale Aufmerksamkeit der Olympischen Spiele soll genutzt werden, um Initiativen zum Atomausstieg in Japan zu unterstützen und die weltweite Energiewende zu propagieren: weg von fossilen und nuklearen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien.

Ziel ist es, eine erhöhte Aufmerksamkeit dafür zu erreichen, wie politische Repräsentanten in aller Welt in den militärisch-industriellen Komplex verstrickt sind.

Die IPPNW sagt Nein zu dem Versuch der Japanischen Regierung, der Weltöffentlichkeit Normalität in den verstrahlten Gebieten vorzuspielen.

Den vollständigen Aufruf finden Sie hier.