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»Die USA erteilen unter der jetzigen Regierung selbst der Idee einer internationalen Gemeinschaft eine Absage«

Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf der Münchner Sicherheitskonferenz, 14.2.2020

Die Welt ist heute eine andere als 2014. Vor genau sechs Jahren habe ich in diesem Saal darüber gesprochen, wie sich Deutschlands außenpolitische Verantwortung konkret bewähren muss. Vieles hat sich seitdem verändert. Vor allem aber ist das selbstverständliche "Wir" des "Westens" von damals heute nicht mehr selbstverständlich. Das gilt im Innern unserer Gesellschaften, aber auch in den existenziellen Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik, der diese Konferenz gewidmet ist.

Da Sie mich kaum eingeladen haben werden, um die diplomatischen Fäden weiterzuspinnen, die ich damals hier ausgelegt habe, will ich darüber sprechen, wie sich diese Welt von Deutschland aus heute darstellt. Ich bin kein Stammgast mehr in Ihrer jährlichen Runde, und Diplomatie ist nicht mehr mein Kerngeschäft. So werden Sie mir meine deutlichen Worte hoffentlich nicht nur nachsehen, sondern sie womöglich sogar erwarten.

Wir erinnern in diesem Jahr an das Ende des zerstörerischsten aller Kriege vor fünfundsiebzig Jahren. Ein Krieg, den Deutschland entfesselt und vor allem im Osten als Vernichtungskrieg geführt hat. Vor zwei Wochen haben wir in Yad Vashem und dann in Auschwitz der Befreiung des mörderischsten aller Konzentrationslager vor fünfundsiebzig Jahren gedacht. Das innere und äußere Gesicht des heutigen Deutschland ist ohne diesen Krieg und ohne Auschwitz nicht vorstellbar. Der deutsche Blick auf die Welt ist ohne diese Erfahrungen nicht zu erklären.

Die vollständige Rede finden Sie hier.