Dokumente zum Zeitgeschehen

»Die Vorschläge der Regierung zum Sozialabbau drohen die Armut bei Gruppen, die ohnehin besonders von Armut betroffenen sind, zu verschärfen«

Armutsbericht vom Paritätischen Gesamtverband, 1.6.2026

Die Situation der arbeitenden Menschen, deren Einkommen viel zu nahe am Niveau des Bürgergeldes liegt, wird in Talkshows und parteipolitischen Debatten gerne angerufen, um Stimmung gegen Sozialleistungs-Beziehende zu machen. Tatsache ist, die Erwerbsarbeitseinkommen vieler Menschen sind viel zu niedrig. Auch wenn der Niedriglohnsektor jüngst kleiner geworden ist, sind trotz Mindestlohn und Wohngeld immer noch 6,8 Prozent der Haushalte mit Erwerbstätigen arm.

Das sind mehr als 2,6 Millionen Menschen. Selbst vor prekären Lebensbedingungen mit erheblichen Entbehrungen sind Erwerbstätige nicht geschützt. Niedrige Sozialleistungen verschärfen die Entbehrung und Ausgrenzung bei den Armutsbetroffenen, aber sie führen nicht zu höheren Löhnen. Im Gegenteil. Die jüngste Reform der Grundsicherung verstärkt massiv den Druck, jede (Niedriglohn-)Arbeit anzunehmen. Repressive und niedrige Sozialleistungen führen dazu, dass das allgemeine Lohngefüge nach unten gezogen wird. Die gute Nachricht ist, gegen zu niedrige Löhne gibt es ein Mittel: namentlich gute Löhne und gute Sicherung.

Die Höhe von Gehältern und Löhnen ist nicht nur das Ergebnis von individuellen Gehaltsverhandlungen und kollektiven Tarifverträgen. Vielmehr verfügt auch die demokratische Politik über Handlungsoptionen, um Menschen vor Niedriglöhnen zu schützen. 

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