Studie von Greenpeace, 24.8.2026
Der Extremsommer 2026 hat in Deutschland gesamt-wirtschaftliche Schäden von rund 36 bis 42 Milliarden Euro verursacht. Das entspricht etwa 0,8 bis 0,9 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die vorliegende Analyse beziffert systematisch die ökonomischen Folgen der frühen, langen und von anhaltender Dürre begleiteten Hitzeperioden dieses Jahres — von den gesundheitsökonomischen Kosten der rund 14 000 hitzebedingten Sterbefälle bis zu den Produktionsausfällen infolge des Rekordniedrigwassers am Rhein.
Der größte Einzelposten entfällt auf die Arbeitswelt: Bei geschätzt 25 Hitzetagen summieren sich hitzebedingte Produktivitätsverluste und Produktionsausfälle auf 10,8 Milliarden Euro. Es folgen die Schäden am Waldbestand durch Trockenstress und Kalamitäten mit 5,0 bis 7,5 Milliarden Euro sowie die gesundheitsökonomisch bewerteten Verluste an Lebensjahren mit 6,9 Milliarden Euro. Weitere erhebliche Belastungen entstehen in der Landwirtschaft (3,4 Mrd. Euro), im Bildungssystem durch verminderten Lernzuwachs (3,2 Mrd. Euro), durch das Niedrigwasser des Rheins (3,4 bis 4,5 Mrd. Euro), an der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur (1,8 bis 3,7 Mrd. Euro) sowie durch erhöhte Belastungen im Gesundheitssystem (1,54 Mrd. Euro).
Die ermittelte Summe ist als Untergrenze zu verstehen. Mehrere Wirkungskanäle ließen sich nicht belastbar quantifizieren und fließen daher nicht in die Bilanz ein: die Verwerfungen im europäischen Energiesystem infolge fehlenden Kühlwassers, die Gesundheitsfolgen der hitzebedingt erhöhten Ozon- und Feinstaubbelastung sowie die ökologischen Folgeschäden der Waldbrände — vom Verlust an Biodiversität über Trinkwasser- und Erosionsschutz bis zur Regulierung des Mikroklimas. Auch innerhalb der bezifferten Bereiche wurde durchgängig konservativ gerechnet: Schäden am Waldbestand manifestieren sich erst über Jahre, und die Niedrigwasserlage dauert zum Zeitpunkt der Erstellung der Analyse noch an.
Die vollständige Studie finden Sie hier.