Dokumente zum Zeitgeschehen

»Ein Großteil AfD-Wähler offenbart Einstellungen, die nicht mit den demokratischen Grundwerten der Bundesrepublik vereinbar sind«

Mitte-Studie der Universität Leipzig, 25.2.2020

Der größere Teil der AfD-Wähler offenbart Ungleichwertigkeitsvorstellungen und Einstellungen, die nicht – oder zumindest nicht durchgehend – mit den demokratischen Grundwerten der Bundesrepublik vereinbar sind. Die auf diese Klientel ausgerichtete Politik der AfD fördert durch ihre Zuspitzung und starke Symbolik die Polarisierung in der Gesellschaft; die Anhänger dieser Partei werden so zu einer Position ermuntert, die die Grenze zum Rechtsextremismus mitunter überschreitet (Pickel & Decker, 2016). Ein Teil von ihnen war schon zuvor dieser Überzeugung, ein anderer Teil wird durch die Ablehnung bestimm-ter Elemente der Demokratie dafür anfällig.

Bei genauerer Sicht auf die Daten spricht allerdings wenig dafür, dass es sich bei der Wählerschaft der AfD vorrangig um Modernisierungsverlierer handelt. Sie mögen etwas häufiger das Gefühl haben, den Entwicklungen der Globalisierung nicht mehr folgen zu können und dadurch ins Hintertreffen zu geraten, doch der wichtigste Antrieb für ihre Wahlentscheidung ist das nicht. Hierfür ist eine Mischung aus Autoritarismus, politischer Entfremdung, die sich vor allem in Politiker- und Parteienverdrossenheit äußert, und Sorge vor »kultureller Überfremdung« verantwortlich. Diese Haltung findet ihr Feindbild in verschiedenen Gruppen der Gesellschaft, die als »anders« wahrgenommen werden, wie Muslima und Muslimen. Die Offenheit für extrem-rechte Positionen und die Wahl der AfD kommt durch eine Mischung verschiedener Faktoren zustande: Misstrauen in die etablierten Eliten, Angst vor »kultureller Überfremdung«, soziale Abgrenzung und Nationalismus, Gefühl der Entwertung der eigenen Identität und die Abwertung sozialer Gruppen, die als »anders« wahrgenommen werden. AfD-Wählerinnen und -Wähler sind aber vor allem: überdurchschnittlich häufig muslimfeindlich und autoritär. Hierin wird auch die große Nähe der AfD-Wähler zu den Befürwortern der Pegida-Bewegung sichtbar (Vorländer et al., 2016; Yendell et al., 2016)

Die vollständige Studie finden Sie hier.