Studie von Germanwatch, 25.1.2021 (engl. Originalfassung)
Mosambik, Simbabwe und die Bahamas waren im Jahr 2019 am stärksten von Extremwetterereignissen betroffen.
Im Zeitraum 2000-2019 waren Puerto Rico, Myanmar und Haiti die am stärksten betroffenen Länder.
Insgesamt kamen 2000-2019 mehr als 475.000 Menschen als direkte Konsequenz von über 11.000 Extremwetterereignissen zu Tode. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf etwa 2,56 Billionen US$ (in Kaufkraftparitäten).
Stürme und ihre direkten Auswirkungen – Niederschläge, Überschwemmungen und Erdrutsche – zählten zu den Hauptursachen für Verluste und Schäden in 2019. Von den zehn am stärksten betroffenen Ländern im Jahr 2019 waren sechs von tropischen Wirbelstürmen betroffen. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse besagen, dass die Anzahl schwerer tropischer Wirbelstürme mit jedem Zehntelgrad Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur zunehmen wird.
In vielen Fällen wirken sich einzelne, außergewöhnlich intensive Extremwetterereignisse so stark aus, dass die betroffenen Länder und Territorien auch im Langzeitindex einen hohen Rang einnehmen. In den letzten Jahren hat eine weitere Kategorie von Ländern an Relevanz gewonnen: Länder wie Haiti, die Philippinen und Pakistan, die regelmäßig von Katastrophen betroffen sind, werden kontinuierlich unter den am stärksten betroffenen Ländern sowohl im Langzeitindex als auch im Index des jeweiligen Jahres gelistet.
Entwicklungsländer sind von den Auswirkungen des Klimawandels besonders betroffen. Sie werden am stärksten von den Klimawandelfolgen getroffen, weil sie anfälliger für die schädlichen Auswirkungen einer Gefahr sind, aber geringere Bewältigungskapazitäten haben. Unter den zehn Ländern, die 2019 am stärksten von Extremwetter betroffen waren, waren acht mit niedrigem bis unterem mittlerem Einkommen. Die Hälfte zählt zu den „Least Developed Countries“.
Die weltweite Corona-Pandemie hat bestätigt, dass Risiko und Vulnerabilität sowohl miteinander verknüpft als auch systematisch sind. Daher ist es wichtig, die Resilienz der Verletzlichsten gegenüber verschiedenen Arten von Risiko (klimatisch, geophysikalisch, wirtschaftlich oder gesundheitsbezogen) zu stärken.
Durch die Pandemie ist der internationale klimapolitische Prozess im Jahr 2020 stagniert. In der Diskussion um das langfristige Finanzierungsziel und eine angemessene Unterstützung für Anpassung sowie Schäden und Verluste (L&D) mussten die Forderungen nach Fortschritt auf 2021 und 2022 verschoben werden. Der Prozess muss Folgendes liefern: a) eine Entscheidung, wie der Bedarf an Unterstützung für verwundbare Länder in Bezug auf künftige Verluste und Schäden fortlaufend ermittelt werden soll; b) die notwendigen Schritte zur Generierung und Bereitstellung von Finanzmitteln, die diesen Bedarf decken; und c) die Stärkung der Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.
Den vollständigen Klima-Risiko-Index 2021 finden Sie hier.