RIAS Jahresbericht 2025, 17.6.2026
Das Ausmaß antisemitischer Vorfälle in Deutschland verblieb auch im zweiten Jahr nach dem 7. Oktober 2023 auf dem sehr hohen Niveau von 2024 – eine Trendwende war nicht zu erkennen. Wieder zeigte sich, dass die Entwicklung des Krieges im Nahen Osten vielen als Anlass dafür diente, sich antisemitisch zu äußern oder Jüdinnen:Juden anzugreifen.
Für Jüdinnen:Juden in Deutschland blieb Antisemitismus damit auch 2025 ein alltagsprägendes Phänomen, das ihnen in den unterschiedlichsten Lebensbereichen begegnete. Eine Vielzahl antisemitischer Vorfälle ereignete sich an Orten des Alltags, etwa an Arbeitsplätzen, an Schulen oder Hochschulen, aber auch an Orten der Freizeit wie Sportplätzen oder Bars. Auch antisemitische Vorfälle vor jüdischen Einrichtungen wurden bekannt. Zudem war Antisemitismus in Deutschland 2025 weiterhin sehr sichtbar im öffentlichen Raum, etwa in Form antisemitischer Schmierereien oder der Verbreitung antisemitischer Inhalte bei Versammlungen. Ein breiter gesellschaftlicher Widerspruch zu antisemitischen Aussagen und Solidarität mit Jüdinnen:Juden blieben hingegen oft aus. Die weiterhin hohe Zahl antisemitischer Vorfälle ist für viele Jüdinnen:Juden nach wie vor eine täglich spürbare Belastung.
Insbesondere israelbezogener Antisemitismus prägte 2025 das Vorfallgeschehen, doch auch bei anderen Erscheinungsformen von Antisemitismus gab es keinen Rückgang. Der Blick auf die politisch-weltanschaulichen Hintergründe zeigt, dass der Anteil an Vorfällen von antiisraelischem Aktivismus leicht zurückging, während die Zahl der Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund zunahm und erneut einen Höchststand erreichte.
Den vollständigen Bericht finden sie hier.