Dokumente zum Zeitgeschehen

»Gender Pay Gap steigt ab dem Alter von 30 Jahren stark an«

Studie des DIW Berlin, 4.3.2020

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Bei Beschäftigten unter 30 Jahren beträgt der Abstand im durchschnittlichen Bruttostundenlohn neun Prozent, bis zum Alter von 50 Jahren verdreifacht sich die Verdienstlücke auf 28 Prozent. Grund für den Anstieg sind Unterschiede im Erwerbsverhalten: Während Frauen ab 30 häufig familienbedingt ihre Arbeitszeit reduzieren und in Teilzeit arbeiten, weiten Männer ihre Stundenzahl im selben Lebensabschnitt eher noch aus. Da Teilzeitarbeit im Schnitt pro Stunde schlechter bezahlt ist und Teilzeitbeschäftigte seltener Führungspositionen bekleiden, bleiben die mittleren Löhne von Frauen zwischen 30 und 50 nahezu konstant, wohingegen sie bei Männern über das Alter weiter steigen. Um dieser Lohnschere in Zukunft entgegenzuwirken, sind politische Anreize zur Förderung einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig. Beispiele wären neue Arbeits-zeitmodelle wie „Top-Sharing“, also das Aufteilen einer Füh-rungsposition auf zwei Teilzeitkräfte, sowie eine Ausweitung der Partnermonate beim Elterngeldbezug.

Vor allem aber lassen sich die Verdienstlücken durch unterschiedliche Erwerbsbiografien erklären. Frauen haben im Schnitt längere familienbedingte Erwerbsunterbrechun-gen und arbeiten häufiger in Teilzeit.10 Somit stellt sich die Frage, inwieweit das Erwerbsleben von Frauen und Männern mit der Geburt von Kindern in Zusammenhang steht und ob damit eine Veränderung des Gender Pay Gaps über den Lebensverlauf einhergeht. In dieser Studie wird deshalb der Gender Pay Gap mit Daten der Verdienststrukturerhebung (Kasten 1) für verschiedene Altersgruppen untersucht. Zudem werden in diesem Kontext mögliche Determinanten, wie beispielsweise die unter Frauen stärker verbreitete Teil-zeiterwerbstätigkeit, analysiert. Neben Alterseffekten spielen zusätzlich auch Kohorteneffekte eine Rolle (Kasten 2). Die vorliegende Analyse differenziert nicht zwischen Alters- und Kohorten-Effekten, so dass bei einem Vergleich jüngerer und älterer Beschäftigter stets beide Effekte eine Rolle spielen

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