Dokumente zum Zeitgeschehen

» Jede*r dritte Ostdeutsche stimmte der Aussage zu, dass die NATO Russland so lange provoziert hätte, dass Russland in den Krieg ziehen musste.«

Studie vom Center für Monitoring, Analyse und Strategie, 2.11.2022

Die Zustimmungswerte zu pro-russischen Verschwörungserzählungen in der deutschen Gesamtbevölkerung steigen. Im Vergleich zu den Umfrageergebnissen einer CeMAS-Analyse aus April 2022 stiegen sowohl alle Zustimmungswerte als auch alle Werte der teils-teils-Antworten im Hinblick auf die Haltung zu pro-russischen Verschwörungserzählungen in der deutschen Bevölkerung signifikant an. Mit 19% stimmte fast jede:r Fünfte der Aussage zu, dass der russische Angriffskrieg eine alternativlose Reaktion Russlands auf die Provokation der NATO wäre. 21 % stimmten dieser Aussage teilweise zu. Im April lag die Zustimmung hier bei 12 % und die teils-teils- Antwort bei 17 %. Den zweithöchsten Zustimmungswert der abgefragten Items er- reichte die Aussage, Putin würde gegen eine globale Elite vorgehen, die im Hintergrund die Fäden zöge. Mit 18 % im Vergleich zu 12 % im April nahm diese Aussage um 6 Prozentpunkte zu. Die teils-teils-Antworten stiegen mit 26 % im Vergleich zu 20 % im April um 6 Prozentpunkte an.

Verschwörungserzählungen zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verfangen sich insbesondere in Ostdeutschland. Die Daten zeigen signifikante Unterschiede in der Bewertung pro-russischer Propaganda zwischen Ost- und Westdeutschland. Während in Ostdeutschland jede:r Dritte der Aussage zustimmte, dass die NATO Russland so lange provoziert hätte, dass Russland in den Krieg ziehen musste, stimmten dieser Aussage in Westdeutschland mit 16 % knapp halb so viele Befragte zu.

Die vollständige Studie finden Sie hier