Dokumente zum Zeitgeschehen

»Mit dem massiven Einsatz heutiger Atomwaffen kann sich die Menschheit in 24 Stunden selbst auslöschen«

Erklärung des Willy-Brandt-Kreises, 6.8.2020

Der Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, oft als historisches Ereignis zelebriert, erinnert uns heute auf eindringliche Weise daran, welche schrecklichen und katastrophalen Folgen der Einsatz selbst einer einzigen Atombombe haben kann. Der Abwurf zweier „kleiner Atombomben“ auf die wehrlosen und unvorbereiteten japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki tötete sofort insgesamt zwischen ca. 55.000 und130.000 Menschen. Dazu kamen Hunderttausende von Verletzten und spätere Strahlenopfer(„Hibakusha“). Die Gründe für die Abwürfe waren die Beendigung des Krieges, Vergeltung, Machtdemonstration,politisches Nachkriegskalkül sowie ein zynisches wissenschaftliches Experiment. Die Abwürfe markierten den Beginn des Atomzeitalters, das in unseren Tagen durch ein neues nukleares Wettrüsten – teils quantitativ, teils qualitativ – fortgeführt wird und die Atomkriegsgefahr erhöht.

Die Menschheit sieht sich zwei tödlichen Bedrohungen ausgesetzt: Zum einen spielen die Langzeitfolgen des Klimawandels in der politischen Debatte endlich eine immer größere Rolle. Wie der menschengemachte Klimawandel und die zunehmende Zerstörung lebenswichtiger Ökosysteme bedrohen, zum anderen, Atomwaffen, zu-nehmende Aufrüstung und die erkennbar werdenden Kriegsvorbereitungen die Existenz und Zukunft der Menschheit. Der Klimawandel ereignet sich in zeitlich längeren Perioden. Im Gegensatz dazu kann sich die Menschheit mit dem massiven Einsatz heutiger, verglichen mit Hiroshima und Nagasaki, weitaus zerstörerischerer Atomwaffen in 24 Stunden selbst auslöschen. Dies vermag keine andere Technologie.

Die vollständige Erklärung finden Sie hier.