Dokumente zum Zeitgeschehen

»Über 340 000 Kita-Plätze für unter Dreijährige fehlen«

Bericht des Instituts der deutschen Wirtschaft, 11.10.2020

Obwohl die Zahl der Kinder unter drei Jahren in öffentlich geförderter Betreuung zwischen den Jahren 2015 und 2020 von 693.000 auf 829.000 gestiegen ist, hat die Betreuungslücke von 215.000 auf 342.000 zugenommen. Grund hierfür sind neben den sich sukzessive verändernden Betreuungswünschen der Eltern auch die gestiegenen Kinderzahlen, die ihren Höchststand inzwischen jedoch überschritten haben dürften.

Bedarfsgerechte Betreuungsangebote sind nicht nur Grundvoraussetzung für das Gelingen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine institutionelle Betreuung kann sich auch bereits vor Erreichen des Kindergartenalters positiv auf Entwicklung und Wohlergehen der Kinder auswirken. Dennoch galt in Westdeutschland lange ein Alter von drei Jahren als geeigneter Betreuungsbeginn und frühkindliche Angebote wurden von den Familien sehr kritisch gesehen. Dies hat sich in den letzten Jahren jedoch vollkommen gewandelt. So gaben in einer Befragung im Jahr 2019 rund 81,2 Prozent der Eltern in Gesamtdeutschland an, für ihre Zweijährigen und 64,1 Prozent für ihre Einjährigen einen Betreuungsbedarf zu haben. Noch im Jahr 2015 lagen die Werte mit 73,0 Prozent und 54,7 Prozent deutlich niedriger. Bezogen auf alle unter Dreijährigen ergibt sich aktuell eine Bedarfsquote von 49,4 Prozent, die hochgerechnet mit der Kinderzahl am 31.12.2019 einer Zahl von 1,17 Millionen Plätzen für das erste Halbjahr 2020 entspricht. Im ersten Halbjahr 2015 lag der entsprechende Wert mit 908.000 noch um fast ein Viertel niedriger.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.