Pressemitteilung von »Zukunft Memorial«, 9.4.2026
Das Etikett ‚extremistisch‘ ist kein Befund über unsere Arbeit. Es ist ein politisches Instrument, um Erinnerung, historische Aufklärung und unabhängige Dokumentation der Verbrechen des sowjetischen Staates in der Vergangenheit und des russischen Staates heute zu verhindern“, erklärt Zukunft MEMORIAL. Es solle die Menschen, die sich mit Aufklärung und Erinnerung beschäftigen, durch Angst, Abschreckung und Strafandrohung einschüchtern und voneinander trennen. Auch wenn die Arbeit von MEMORIAL in Russland dadurch unmöglich wird, macht dies die Exilarbeit von Zukunft MEMORIAL nicht überflüssig – im Gegenteil. Dr. Irina Scherbakowa, Vorsitzende von Zukunft MEMORIAL, sagt: „Wir werden unsere Arbeit außerhalb Russlands jetzt gezielt verstärken – in Europa und international, in Forschung, Bildungsarbeit und in der öffentlichen Einordnung von Zeugnissen. Wenn Erinnerung in Russland kriminalisiert wird, muss sie außerhalb Russlands umso sichtbarer und wirksamer bleiben.“
Zukunft MEMORIAL betont, dass die stalinistischen Verbrechen und die sowjetische Gewaltgeschichte ein präzises Wissen über Muster autoritärer Eskalation hinterlassen haben: Feindbilder, Entmenschlichung, Justiz als Waffe sowie Sprach- und Geschichtskontrolle. Diese Muster früh zu erkennen und zu benennen, sei eine Form von Schutz – für jede Gesellschaft, für die Wahrheit, für die Zukunft.
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