Rede Romani Roses, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, 27.9.2023
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir beobachten, dass rechte Ideologen und Nationalisten die Erinnerung an dieses unvorstellbare Menschheitsverbrechen als ewige Schuldübertragung vermitteln und diffamieren, um sich einen nationalen Opferstatus beizumessen, dessen politische Zielsetzung der „Schlussstrich“ ist. Gedenken und Erinnern hat nichts mit Schuldübertragung auf heutige Generationen zu tun. Erinnerung ist Verantwortung für unseren demokratischen Rechtsstaat und unsere aller Zukunft. Wir sehen mit Schrecken nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern Europas ein Anwachsen von Antiziganismus und Antisemitismus. Solche Entwicklungen entfalten erst dann ihre eigentlichen Gefahren für den demokratischen Rechtsstaat, wenn sie nicht konsequent und in aller Deutlichkeit von Politik und Gesellschaft verurteilt und zurückgewiesen werden. Wir dürfen niemals vergessen, dass Demokratie und Rechtsstaat der Garant für ein friedliches Zusammenleben und für eine gemeinsame Zukunft sind. Sie sind das Fundament unserer Werteordnung in Europa, das wir als Bürgerinnen und Bürger aus der Erfahrung der Geschichte jeden Tag aufs Neue verteidigen müssen, um unseren inneren und äußeren Frieden in Europa zu bewahren.
Die vollständige Rede finden Sie hier.