Stellungnahme des Solidaritätskreis für Mouhamed Lamine Dramé & Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V., 29.6.2026
Dass die Tötung eines jungen Menschen, der sich in einer psychischen Ausnahmesituation befand und Schutz benötigt hätte, strafrechtlich ohne Konsequenzen bleibt, wirft grundlegende Fragen nach der rechtsstaatlichen Aufarbeitung tödlicher Polizeigewalt auf. Die Anwältin der Familie Dramé, Lisa Grüter, erklärt: "Wir sind enttäuscht und wütend, dass auch der BGH die fragwürdige Einsatzplanung und den Einsatz von Pfefferspray ohne Androhung in einer zu diesem Zeitpunkt statischen Lage für unproblematisch hält."
Alex Freytag, Sprecherin des Solidaritätskreises für Mouhamed, ergänzt: „Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs sendet ein verheerendes Signal - auch an die vielen Betroffenen und Angehörigen, die durch Polizeigewalt geliebte Menschen verloren haben, die noch für Aufklärung und Gerechtigkeit vor deutschen Gerichten kämpfen.“
Das Verfahren um die Tötung von Mouhamed Dramé mag juristisch abgeschlossen sein, die gesellschaftliche Auseinandersetzung um seinen Tod und dessen Konsequenzen darf damit jedoch nicht enden. Gerade weil das Strafrecht keine weitere Antwort mehr gibt, wächst die Verantwortung von Politik und Gesellschaft, die Erinnerung an Mouhamed Dramé aufrechtzuerhalten, die Angehörigen zu unterstützen und die mit seinem Tod verbundenen Fragen weiter öffentlich zu verhandeln.
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