Ausgabe Januar 1991

Okay? Servus!

Erika Berger, die im Studio von RTL auf einem roten Sofa sitzt und sich von Frauen und Männern anrufen läßt, um ihnen bei der Lösung ihrer Probleme mit der Sexualität zu helfen, hat selber ein Problem: Bei jedem der drei oder vier Gespräche während der halbstündigen Sendung muß sie darauf achten, daß die Kurztherapie zu einem positiven Ende gebracht wird. Dies gelingt meistens, weil die Schwierigkeiten, die da per Telefon und übers Fernsehen verhandelt werden, durch eine verbesserte Kommunikation zwischen den Partnern überwunden werden können - wäre doch gelacht, wenn bei dem medialen Aufwand diesen Leuten nicht zu helfen wäre.

Eine Chance für die Liebe möchte der Kölner Sender seinem Publikum allmonatlich geben, gemeint ist: mehr Sex. Bettina hat Angst, Ihrem Mann ihre erotischen Wünsche mitzuteilen, sie will verführt, erobert werden. Erika Berger rät, sich trotzdem zu trauen, ihm mitzuteilen, daß sie doch gerne am Mittwoch (und nicht am Sonnabend) mit ihm in die Badewanne und dann ins Bett steigen möchte. „Das werd ich wirklich mal versuchen", nimmt sich Bettina vor und die gute Fee ist auch zufrieden: „Okay, Servus".

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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