Ausgabe August 1991

Abrüstung: Schon passé?

In den vergangenen Jahren ist der Eindruck entstanden, daß es mit der Abrüstung stetig vorangeht und daß kaum noch etwas diese Entwicklung bremsen kann, zumindest nicht in Europa und im Verhältnis der beiden atomaren Supermächte. Gorbatschows Appell von 1986, alle Atomwaffen abzuschaffen, war der Auftakt zu einem drei, vier Jahre lang währenden Feuerwerk sowjetischer Abrüstungsinitiativen. Im Jahr darauf gelang es mit dem INF-Vertrag, eine ganze Klasse von Atomwaffen weltweit abzuschaffen. Und im November letzten Jahres haben 22 europäische Staatschefs den Wien I-Vertrag unterschrieben, der ganz Europa erstmals einem Regelwerk kontrollierter Begrenzungen für die konventionelle Rüstung unterwirft. So überholt dieser Vertrag in manchem Aspekt auch schon wieder sein mag: er stellt das erste umfassende Abrüstungsregime für den europäischen Kontinent dar, ein Fundament, auf dem weitere Abrüstung aufbauen kann.

August 1991

Sie haben etwa 43% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 57% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo