Vergasen, vergiften, erhängen, Starkstrom: Die Amerikaner sind, was Hinrichtungen anbelangt, recht vielfältig. Und sie sind engagiert. Allein im Januar sind sechs Menschen hingerichtet worden, in Texas gleich zwei an einem Tag. Der Bundesstaat Arkansas hat vergangenen Sommer drei Menschen in einer Nacht vergiftet. Die Wärter und Henker sollen nicht so viele Überstunden machen müssen. Landauf, landab, von New York und Maryland bis Texas und Kalifornien legen Gouverneure Gesetzentwürfe vor, um zum Tode Verurteilte zügiger ins Jenseits zu befördern. Der US-Kongreß mit seiner neuen republikanischen Kopf-ab-Mehrheit will die Berufungsmöglichkeiten einschränken: Die Todeshäftlinge wären doch nicht verurteilt worden, wenn sie die Morde nicht begangen hätten; einmal müsse Schluß sein. In mehreren Bundesstaaten dürfen jetzt Angehörige des Mordopfers zuschauen, wenn der Täter von Amts wegen getötet wird. Vielleicht kommen Hinrichtungen bald im Fernsehen? Einer jedoch wird nicht hingerichtet, selbst wenn er des Doppelmordes für schuldig befunden werden sollte: O. J. Simpson, Ex-Footballstar, Fernsehkommentator, Werbemann und Schauspieler, der seit Wochen in Los Angeles vor Gericht steht und angeklagt ist, seine geschiedene Frau Nicole Brown Simpson und Ronald Goldman, einen Freund, vorsätzlich umgebracht zu haben.
In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.