Marie-Therese Geffroy wird von ihren Parteifreunden gemobbt. Sie hat getan, was die Führungsspitzen der bürgerlichen Rechten Frankreichs, darunter der Präsident selbst, ihren konservativen Parteikollegen angeraten hatten: Sie stimmte im Rat der Region Rhne-Alpes nicht mit dem Front National (FN). Amaury Nardone, ein junger liberaler Kandidat für das Amt des Vize-Regionalratspräsidenten, hat ihr deshalb Ohrfeigen angedroht, andere bürgerliche Parteikollegen empfehlen ihr, doch "nach Hause zu verschwinden und abzuspülen", nennen sie "Verräterin" und "Kollaborateurin der Linken". Ratspräsident Charles Millon indessen hat sich in die Hände des Front National begeben. Er bestreitet, daß es eine Vereinbarung gegeben habe mit den 35 Rechtsextrernisten, die im in Lyon ansässigen Regionalrat bei den Wahlen im März ein Mandat bekamen. Doch ohne ihre Hilfe wäre Millon nicht zum Ratspräsidenten gewählt worden. Der FN weist denn auch die Behauptung zurück, daß es keinen Deal gebe, und auch Millons Partei, die Vereinigung aus Christdemokraten, Konservativen und Liberalen UDF (Union pour la démocratie francaise), mochte sich auf derlei Ausflüchte nicht einlassen.
Es ist mehr als nur eine Zahl, es ist eine Mahnung: 8372 muslimische Jungen und Männer wurden am 11. Juli 1995 in Srebrenica, einem Ort im Osten Bosnien und Herzegowinas, getötet.