Ausgabe August 1999

Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit. Erklärungen zum 3. Spitzengespräch vom 6. Juli 1999

Gemeinsame Erklärung von BDA und DGB (Wortlaut)

Die dritte Runde im Bündnis für Arbeit hat zu einem mächtigen Stimmungsumschwung bei den Beteiligten und ihren Organisationen geführt – und die Öffentlichkeit zum Teil mitgerissen. Überwogen am Vortag noch eindeutig kritische und skeptische Töne, überbot man sich nach dem Gespräch mit (Eigen-)Lob und Hoffnung. Was war geschehen? Die Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hatten in einem 11-Punkte-Papier gemeinsame Perspektiven und Absichten vorgestellt. Dabei sorgte insbesondere die „Enttabuisierung“ der Tarifpolitik (sie soll „endlich“ auch Gegenstand der Bündnisgespräche werden) für Aufsehen. Außerdem einigten sich die Spitzenvertreter im Bündnis auf einen Ausbildungskonsens unter dem Motto „Jeder junge Mensch, der kann und will, wird ausgebildet.“ Wir dokumentieren die gemeinsame Plattform von BDA und DGB sowie Abschnitt IV der offiziellen Abschlußerklärung zur dritten Gesprächsrunde. Er beschäftigt sich mit der sogenannten Ausbildungsoffensive. (Zu den Perspektiven des Bündnisses vgl. die Beiträge von Jochen Esser/Wolfgang Schroeder in der Dezember-und von Detlef Hensche in der Mai-Ausgabe.) – D. Red.

 

Gemeinsame Erklärung von BDA und DGB (Wortlaut)

1. Die anhaltende Arbeitslosigkeit in Deutschland und Europa, die Herausforderungen der demographischen Entwicklung insbesondere für die sozialen Sicherungssysteme, Finanzierungsprobleme der öffentlichen Haushalte, der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und die Notwendigkeit, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu wahren, fordern gemeinsame Anstrengungen, Verständigung und Kooperation. Es ist unser gemeinsames Ziel, die Arbeitslosigkeit deutlich und nachhaltig zu verringern, die Wettbewerbsund Innovationsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, neue Beschäftigungsfelder zu erschließen, den Sozialstaat zu modernisieren und seine Effizienz zu verbessern.

2. Schnell wirksame Patentrezepte für den Beschäftigungsaufbau gibt es nicht. Arbeitslosigkeit hat viele Gründe und eine nachhaltige Beschäftigungspolitik wirkt nicht von heute auf morgen. Darum muß ein ganzes Bündel kurzund mittelfristiger Maßnahmen in Angriff genommen werden. Auf allen Ebenen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens ist eine auf mehrere Jahre angelegte Politik zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung notwendig. […]

 

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