Ausgabe Oktober 2000

Das Ende der Maßnahmen gegen die ÖVP/FPÖ-Regierung in Wien.

Erklärung der französischen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union im Namen von vierzehn Mitgliedsstaaten vom 12. September 2000 (Wortlaut)

Am 31. Januar 2000 verkündeten vierzehn EU-Mitgliedstaaten, bei der sich abzeichnenden Aufnahme der rechtsaußen angesiedelten "Freiheitlichen Partei" in die neu zu bildende Wiener Regierung die bilateralen diplomatischen Beziehungen auszusetzen (vgl. "Dokumente zum Zeitgeschehen", in: "Blätter", 3/2000). Im Laufe der Zeit mehrten sich jedoch Zweifel am Sinn dieser politischen Demonstration. Schließlich beauftragte man im Juli einen dreiköpfigen "Weisenrat", einen Bericht über "das Eintreten der österreichischen Regierung für die gemeinsamen europäischen Werte" und über "die Entwicklung der politischen Natur der FPÖ" zu verfassen. Die "Weisen" empfahlen am 8. September 2000 die Aufhebung der "Maßnahmen". Die Erklärung der französischen EU-Ratspräsidentschaft vom 12. September 2000 folgte dieser Empfehlung. Den "Weisenbericht" dokumentieren wir nachstehend in Auszügen, die Erklärung der EU-Ratspräsidentschaft im Wortlaut. Zur Entwicklung des Falles Österreich vgl. auch die Beiträge von Sonja Puntscher Riekmann und Arthur Heinrich sowie den Artikel von Andrei S. Markovits und Anson Rabinbach zur österreichischen Sozialdemokratie im vorliegenden Heft. - D. Red.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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