Ausgabe April 2002

Stabilitätspakt auf der Kippe

Die Länder der europäischen Währungsunion haben sich verpflichtet, mit ihren jährlichen nationalen Haushaltsdefiziten drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht zu überschreiten. "Stabilitäts- und Wachstumspakt" heißt dieser Bestandteil des MaastrichtVertrages, was auf die Behauptung hinausläuft, mit einem ausgeglichenen Haushalt lasse sich der Außenwert des Euro "stabilisieren" und das Wirtschaftswachstum beschleunigen. Auch wenn sich Regierungen auf die zu Grunde liegende Wirtschaftstheorie festgelegt haben: Die Frage bleibt, ob diese Theorie zutrifft und ob sie sich allgemein in der Praxis bewährt hat. Eine ernsthafte Debatte dieser Frage aber findet kaum statt. Die jüngste Auseinandersetzung zwischen der Europäischen Kommission und den Finanzministern über die Haushaltsdefizite Deutschlands und Portugals demonstriert dies erneut. Viel Gerede und wenig substantiierte Gedanken beherrschen die Szene. Nach dem sachlichen Zusammenhang von Haushaltsdefiziten, Wirtschaftswachstum und dem Wechselkurs des Euro wird so gut wie nicht gefragt.

Ohnehin scheint ja alles klar zu sein, nachdem die ökonomische Rechte den Ton angibt.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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