Ausgabe November 2004

Rumänien 2007

Als die Europäische Kommission jüngst mitteilte, dass die Beitrittsverhandlungen mit Bulgarien abgeschlossen seien und einer Aufnahme des Landes in die EU zum Jahr 2007 nichts mehr entgegenstünde, geriet die rumänische Regierung unter beträchtlichen Druck. Denn noch immer ist das Land von einem Beitritt ziemlich weit entfernt, obwohl eine Aufnahme in die EU seit dem Beitrittsgesuch von 1995 erklärtes Ziel der rumänischen Politik war und ist. Zu diesem Zweck wurden im vergangenen Jahr eine Ständige Vertretung in Brüssel eröffnet, der Euro als Referenzwährung übernommen und die rumänische Verfassung per Referendum geändert. Bei dieser Volksbefragung, die indirekt auch als Gradmesser der Zustimmung zu einem Beitritt zur EU angesehen wurde, konnte eine beachtliche Mehrheit von 89,1 Prozent der Bevölkerung gewonnen werden. Doch obwohl eine Aufnahme des Landes in die EU, anders als im Fall der Türkei, kaum umstritten ist, wurde seine Beitrittsfähigkeit zum anvisierten Zeitpunkt 2007 in letzter Zeit zunehmend in Frage gestellt, da Rumänien noch immer gravierende Defizite in Politik und Wirtschaft aufweist.

Grassierende Korruption

Insbesondere das schwere Erbe CeauÕescus wirkt in Gestalt von Nepotismus und Überzentralisierung bis in die Gegenwart hinein. Mangelnde Eigenverantwortung der regionalen Behörden aufgrund der hohen administrativen Zentralisierung führt zu Demotivation und Apathie in den Provinzen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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