Ausgabe Dezember 2007

Wirkungsvolle Armutsbekämpfung oder heiße Luft?

50 Jahre deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit hätte in diesem Jahr ein Jubiläum feiern können: 1957 wurde Ghana als erstes Land in Subsahara-Afrika unabhängig und erhielt schon im Gründungsjahr erste staatliche Entwicklungsgelder aus Deutschland. Der Bundestag hatte dem Auswärtigen Amt seinerzeit einige Millionen DM zur Verfügung gestellt, um „Förderungsmaßnahmen für unterentwickelte Länder“ zu finanzieren.

Wenn das Jubiläum offenbar auch niemanden zu Festlichkeiten bewegte, Anlass für einen Blick auf die gegenwärtige deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ), insbesondere mit Afrika, bietet das Datum allemal.

Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Im Jahr 2000 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Millenniums-Entwicklungsziele. Demnach soll die absolute Armut bis zum Jahr 2015 weltweit halbiert werden. Für Subsahara-Afrika, wo weiterhin nahezu die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut lebt, würde die Erreichung dieses Ziels eine geradezu revolutionäre sozio-ökonomische Veränderung bedeuten.

Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul griff die UN-Ziele auf und sorgte dafür, dass die Bundesregierung mit einem eigenen Maßnahmenpaket reagierte, dem sogenannten Aktionsprogramm 2015. Dieses solle, so die Ministerin, dazu beitragen, „der globalen Entwicklung ein menschliches Antlitz zu geben.

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