Ausgabe Januar 2009

Kurzgefasst

Janna Greve: Die Ware Mensch – Sklaverei im 21. Jahrhundert

Obwohl seit Jahrzehnten offiziell abgeschafft, sind Sklaverei und Sklavenhandel bedrückend aktuell. Weit über 25 Millionen Menschen arbeiten unter Zwangsbedingungen; ihre Produkte landen in den Regalen überall auf der Welt. Wie Sklaverei entsteht, wie sie sich entwickelt und verbreitet, kurz: wo und warum sie boomt, analysiert die Politikwissenschaftlerin Janna Greve. Ihr Fazit: Sklaverei als eklatantes Verbrechen gegen die Menschlichkeit kann nur durch eine konzertierte, multilaterale Aktion bekämpft werden. Andernfalls bleibt die Abschaffung auch weiterhin ein uneingelöstes Versprechen.

Gespräch mit Parag Khanna: „Ein Marshallplan für die USA“

Mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Barack Obama am 20. Januar endet die Ära Bush. Doch begründet dies auch eine neue, demokratische Zeitrechnung? Wie wird sich die US-Außenpolitik – und damit auch die globale Lage – unter Obama verändern? Zur Diskussion dieser Frage trafen sich die „Blätter“ mit Parag Khanna, Autor des Aufsehen erregenden Buches „Der Kampf um die Zweite Welt“. Seiner Ansicht nach wird die Welt von morgen durch den Aufstieg der mittleren Mächte gekennzeichnet sein – von Brasilien über Südafrika bis Indonesien. Dominieren werden jedoch die neuen Machtblöcke China und Europa sowie die USA – wobei letztere nur durch eine große Kraftanstrengung den wachsenden Machtverlust werden verhindern können.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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