Ausgabe März 2011

Das arabische „1989“

Die anhaltenden Demonstrationen in der arabischen Welt haben die Region bereits heute grundlegend verändert, wenn auch die weiteren Entwicklungen derzeit noch nicht absehbar sind. Die „Blätter“ diskutieren Chancen und Risiken der Bewegung in den am stärksten betroffenen Ländern. Zunächst vermittelt Mohammed Bamyeh einen unmittelbaren Eindruck der Proteste in Kairo (Übersetzung aus dem Englischen: Katrin Sieg). Anschließend analysiert Cilja Harders die Hintergründe der ägyptischen Demokratiebewegung, bevor Werner Ruf den Blick auf die Ursprünge der Revolution in Tunesien richtet und nach deren möglicher Ausbreitung in andere Maghreb-Staaten fragt. Jens Heibach diskutiert den Charakter der – im Vergleich mit Tunesien und Ägypten – völlig anders gearteten Demokratiebewegung im Jemen. Abschließend warnt Rami G. Khouri (Übersetzung aus dem Englischen: Karl D. Bredthauer) nicht zuletzt angesichts des Versagens der westlichen Regierungen vor einer allzu optimistischen Einschätzung der weiteren Entwicklung, speziell in Ägypten. – D. Red.

 

Die Bilder aus Ägypten und Tunesien bewegen die ganze Welt. Der Ruf der Frauen und Männer nach „Freiheit, Menschlichkeit, Würde, Gerechtigkeit!“ ist eine Forderung, die über alle ideologischen und kulturellen Gräben hinweg verstanden wird.

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Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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