Ausgabe April 2022

Kurzgefasst

Mykola Borovyk: »Die Ukraine ist nicht einmal ein Staat«. Von der Geschichtsfälschung zum Angriffskrieg, S. 47-53

Welche Motive stecken hinter Putins Angriffskrieg? Der Historiker Mykola Borovyk analysiert die historische Ideologie, die dem russischen Präsidenten als Legitimation dient, und warnt vor dessen Großmachtstreben.

Tatiana Zhurzhenko: In der Ukraine geht es um Europa, S. 55-58

Russlands fortwährende Bombenangriffe treffen die ukrainische Zivilbevölkerung brutal. Die Politikwissenschaftlerin Tatiana Zhurzhenko beobachtet dennoch einen großen Willen zum Widerstand – zur Verteidigung der Demokratie und des Selbstbestimmungsrechts des Landes.

Albrecht von Lucke: Putins Krieg: Das Ende unserer Illusionen, S. 59-66

Putins Eroberungskrieg hat speziell Deutschland seiner Friedensillusionen beraubt, so „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke. Nötig sei die Selbstbehauptung der EU gegen den „neuen Ostblock“, Russland und China.

Wolfgang Zellner: Der Zwang zur Abschreckung: Das Dilemma des Westens, S. 67-74

Europa steht vor einer neuen, hoch konfliktreichen Epoche. Der Friedensforscher Wolfgang Zellner analysiert die Versäumnisse und Perspektiven westlicher Sicherheitspolitik: Wo Dialog scheitert, hilft nur Abschreckung.

Vittorio Hösle: Die große Zäsur: Putins Eroberungskrieg, S. 75-81

Der Krieg gegen die Ukraine stellt eine Bedrohung historischen Ausmaßes für den globalen Frieden dar. Der Philosoph Vittorio Hösle geht der Frage nach, was westliche Demokratien unternehmen können, um dem russischen Neoimperialismus wirksam entgegenzutreten.

Tom McTague: Welche Exit-Option für Putin?, S. 82-86

Lässt sich der Ukraine-Krieg noch mit diplomatischen Mitteln beenden? Der Journalist Tom McTague warnt davor, allein auf Sanktionen oder ein Scheitern der Invasion zu setzen: Der Westen sollte Putin Exit-Optionen bieten.

Roland Bathon und Liudmila Nossowa: Putin total: Der Krieg gegen den inneren Feind, S. 87-91

Putin führt nicht nur nach außen Krieg, sondern bekämpft auch die Opposition im Inneren. Mit der zunehmenden Repression wachse aber auch der Unmut im Land, so die Journalisten Roland Bathon und Liudmila Nossowa – und damit entstehen Risse im System Putin.

Thomas Greven: Falken im Blindflug. Trumps Republikaner und Putins Russland, S. 92-97

Putins Krieg gegen die Ukraine hat den Westen zusammenrücken lassen. Mit Blick auf die US-Republikaner zweifelt „Blätter“-Redakteur Thomas Greven jedoch daran, dass diese Einigkeit lange halten wird – vor allem wenn die Republikaner die Präsidentschaftswahl 2024 gewinnen.

Annette Dittert: Feuertaufe für Global Britain: Boris Johnson im Ukraine-Krieg, S. 98-103

Der Ukraine-Krieg zeigt deutlich, dass sich Großbritannien auf außenpolitischer Geisterfahrt befindet. Annette Dittert, Leiterin des ARD-Studios London, beschreibt den überaus widersprüchlichen Kurs der britischen Regierung gegenüber Russland, der EU und ukrainischen Geflüchteten.

Naomi Klein: Toxische Nostalgie. Putin, Trump und der brennende Planet, S. 104-112

Imperiale Großmächte, Rechtspopulisten und Klimawandelleugner ­– sie alle eint eine toxische Nostalgie. Die Autorin Naomi Klein fordert, diese Wurzel vieler Übel auszureißen. Für eine sichere Zukunft brauche es stattdessen eine klimagerechte Transformation, die nach vorne schaut.

Jürgen Scheffran: Klimaschutz für den Frieden. Der Ukraine-Krieg und die planetaren Grenzen, S. 113-120

Kriegerische Konflikte wie der in der Ukraine verursachen nicht nur unmittelbares menschliches Leid, sondern sie verschärfen auch die Klimakrise. Der Klimaforscher Jürgen Scheffran fordert daher, Klima- und Sicherheitspolitik konsequent zusammenzudenken – zum Wohl und Schutz von uns allen.

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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