Dokumente zum Zeitgeschehen

»Die Anzeigequoten bei psychischer und körperlicher Gewalt in (Ex-)Partnerschaften liegen unter 5%«

Dunkelfeldstudie »LeSuBiA«, 10.2.2026

Ein zentraler Befund der Studie ist, dass unter Bezugnahme auf die 5-Jahresprävalenz Frauen und Männer sowohl von psychischer als auch von körperlicher Gewalt in (Ex-)Paarbeziehungen ähnlich häufig betroffen sind. Weibliche Betroffene weisen jedoch bei beiden Gewaltformen eine deutlich höhere Inzidenz und Schwere der Gewalt auf.

Die Anzeigequoten (Anteil der polizeilich bekannt gewordenen Fälle an allen erlebten Fällen) fallen – ähnlich wie in anderen Studien – auch bei LeSuBiA sehr niedrig aus. Sie liegen bei psychischer und körperlicher Gewalt in (Ex-)Partnerschaften unter 5 %. Bei sexueller Belästigung mit und ohne Körperkontakt liegen sie bei Frauen unter drei Prozent; bei Männern unter sechs Prozent (ohne Körperkontakt: 2,0 %; mit Körperkontakt: 5,8 %). Die Anzeigequote bei sexuellem Übergriff liegt bei Männern mit 14,5 % deutlich höher als bei Frauen (3,0 %), wobei die Anzeigequote bei Männern auf einer niedrigen Fallzahl basiert und entsprechend mit Messungenauigkeit verbunden ist. Bei Frauen liegt die Anzeigequote bei Stalking und bei digitaler Gewalt i.e.S. höher (9,2 % bzw. 2,4 %) im Vergleich zu Männern (4,2 % bzw. 0,9 %). Mit Ausnahme von Stalking, digitaler Gewalt i.e.S. sowie emotionaler Gewalt ist die Anzeigequote bei Männern höher oder gleich hoch wie bei Frauen.

 
Die gesamte Studie finden Sie hier.