Bericht des Robert Koch-Instituts 9.7.2026
Hitzeperioden führen in Deutschland regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität. Um über die aktuelle Lage in Deutschland zu informieren, wird dieser Bericht während des Sommers 2026 (Juni-September) wöchentlich aktualisiert.
Der analysierte Verlauf der Sterbefälle zeigt in Wochen mit mittlerer Temperatur über 20°C deutlich höhere Werte im Vergleich zu kühleren Sommerwochen. Das verwendete Modell kann die in den Sommern der Jahre 2016 bis 2025 entstandenen Spitzen im Verlauf der Mortalität sehr gut unter der Annahme eines über die Zeit gleichbleibenden Effekts von Hitze auf die wöchentliche Mortalitätsrate erklären. Dieser Effekt steigt dabei für höhere Wochenmitteltemperaturen deutlich an. Daher nehmen wir an, dass auch in diesem Sommer auftretende Hitzeperioden wieder in gleicher Weise zu erhöhter Mortalität führt. Ein Vergleich der roten Modellkurve mit der schwarzen Kurve der beobachteten Anzahl von Sterbefällen in Abbildung 2 zeigt, wie gut das Modell den Verlauf der Sterbefälle nachbilden konnte. Der geschätzte Verlauf der Sterbefälle ohne Hitze wurde aus dem Modell unter Annahme einer bei etwa 20°C gedeckelten Temperatur bestimmt. Die geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle ergibt sich aus der Differenz zwischen der modellierten Anzahl von Sterbefällen mit und ohne Hitze.
Die höchsten Werte werden in den Jahren 2018 und 2019 mit jeweils etwa 7.000 und mehr hitzebedingten Sterbefällen erreicht. In den Jahren 2020 und 2022 bis 2024 starben hitzebedingt jeweils etwa 3.000 und mehr Menschen. In den Jahren 2016, 2017 und 2021 lag die geschätzte Anzahl hitzebedingter Sterbefälle jeweils zwischen 1.200 und 2.000 und fiel damit deutlich niedriger aus. Diese Unterschiede können auf die unterschiedlich ausgeprägten Hitzeperioden zurückgeführt werden.
Im Jahr 2026 wurden deutschlandweit bis zur Kalenderwoche 26 rund 5.120 hitzebedingte Sterbefälle geschätzt.
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