Dokumente zum Zeitgeschehen

»Durch Haushaltskürzungen ist ein drastischer Rückgang der Mittel für Geschlechtergerechtigkeit zu erwarten«

Bericht von Oxfam, 14.9.2026

Trotz des fortbestehenden Bekenntnisses des BMZ zur feministischen Entwicklungspolitik verliert Geschlechtergerechtigkeit in den politischen Strategien und institutionellen Strukturen an Sichtbarkeit und damit an politischem Gewicht. Der aktuelle Reformplan nimmt zwar auf die körperliche Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen Bezug, konkretisiert diesen Anspruch jedoch nicht. Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte (SRGR), Schwangerschaftsabbrüche sowie Menstruationsgesundheit und Menstruationshygiene werden nicht ausdrücklich genannt.

Die fortbestehende Unterstützung des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und der Internationalen Föderation geplanter Elternschaft (IPPF) sowie das Engagement von Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan als deutsche SheDecides Champion deuten zugleich darauf hin, dass diese Themen weiterhin politische Relevanz besitzen.7 Die fehlende Konkretisierung erschwert jedoch die Nachvollziehbarkeit der Umsetzung und schwächt die Grundlage für die Rechenschaftspflicht der Bundesregierung.

Die abnehmende Sichtbarkeit von Geschlechtergerechtigkeit in der humanitären Politik des AA ist besonders deutlich. In den zentralen Dokumenten der aktuellen Bundesregierung finden sich keine ausdrücklichen Bezüge auf feministische Außenpolitik mehr. Auch die Handreichung zu Gender in der humanitären Hilfe ist auf der Website des AA nicht auffindbar.8 Geschlechtergerechtigkeit wird in der Strategie des AA zur humanitären Hilfe im Ausland lediglich in einem Unterabschnitt zu gender- und inklusionssensibler humanitärer Hilfe behandelt.

Die vollständige Analyse finden Sie hier.