Ausgabe Januar 1990

Dokument im Artikelteil: Aufruf zu einem bundesweiten Kongreß Perspektiven der StudentInnenbewegung - Perspektiven der Linken

In Erwägung, daß die Lage an den Hochschulen trotz der studentischen Proteste nach wie vor katastrophal ist, wollen wir über Einschätzungen, Konzepte und Veränderungsstrategien, Formen linker Politik in die Diskussion treten.

Zwar wurden „Sonderprogramme" für die Hochschulen durchgesetzt, diese dienen aber zur gezielten Förderung einzelner Fächer, während sich für die Mehrheit der StudentInnen nichts ändert. Das BAFÖG wurde lediglich „repariert" statt grundlegend reformiert; immer neue Modelle zur Studienzeitverkürzung und Umstrukturierung der Hochschulen werden vorgelegt.

Die herrschende Bildungspolitik, so scheint es, will die studentischen Proteste zur Durchsetzung ihrer eigenen Vorstellungen für eine „Modernisierung" der Hochschulen nutzen.

In Erwägung herrschender „Modernisierungsvorstellungen" brauchen wir ein umfassendes Alternativkonzept.

Wir sind gefordert Antworten darauf zu finden, wie ein Studium aussehen kann, daß nicht länger „hilfreiche Zwerge" (Brecht) produziert, sondern die gesellschaftlichen und globalen Probleme zum Bezug hat. Hochschulen, die in diesem Sinne „Zukunftswerkstätten" (Robert Jungk) sind, benötigen solidarische Arbeitsformen und emanzipatorisches Lernen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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