Ausgabe April 1990

Die demokratische Frage

Der revolutionäre Wandel in Osteuropa und der Bankrott des realsozialistischen Experiments haben - neben den folgenreichen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Erblasten - auch die „demokratische Frage" neu aufgeworfen: als Frage nach den - freilich systemübergreifend aktuellen - Bedingungen öffentlicher Selbstregierung. Zeitgleich mit dem Aufbruch in der DDR, der Tschechoslowakei und Rumänien haben die Frankfurter Wissenschaftler Ulrich Rödel, Günter Frankenberg und Helmut Dubiel den Essayband „Die demokratische Frage" (edition suhrkamp) vorgelegt. Der Band hat die westlichen (speziell: die bundesdeutschen) wie östlichen Defizite der Zivilgesellschaft zum Gegenstand und entwickelt Kriterien einer demokratischen Republik, von denen ein deutsch-deutsches Verfassungsprojekt auch dann noch eine Menge zu lernen hätte, wenn es sich dem Grundgesetz anschlösse. Eine Fragestellung, der auch der Beitrag von Lutz Hoffmann in diesem Heft verpflichtet ist.

Der Mitautor dieses Bandes und Direktor am Frankfurter Institut für Sozialforschung Helmut Dubiel umreißt im folgenden Beitrag, dem ein Vortrag in Leipzig vom 10. März 1990 zugrundeliegt, die Grundthesen der Autorengruppe. In der Öffentlichkeit ist der Band auf eine anhaltende Resonanz gestoßen.

April 1990

Sie haben etwa 33% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 67% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo