Ausgabe August 1991

Abrüstung: Schon passé?

In den vergangenen Jahren ist der Eindruck entstanden, daß es mit der Abrüstung stetig vorangeht und daß kaum noch etwas diese Entwicklung bremsen kann, zumindest nicht in Europa und im Verhältnis der beiden atomaren Supermächte. Gorbatschows Appell von 1986, alle Atomwaffen abzuschaffen, war der Auftakt zu einem drei, vier Jahre lang währenden Feuerwerk sowjetischer Abrüstungsinitiativen. Im Jahr darauf gelang es mit dem INF-Vertrag, eine ganze Klasse von Atomwaffen weltweit abzuschaffen. Und im November letzten Jahres haben 22 europäische Staatschefs den Wien I-Vertrag unterschrieben, der ganz Europa erstmals einem Regelwerk kontrollierter Begrenzungen für die konventionelle Rüstung unterwirft. So überholt dieser Vertrag in manchem Aspekt auch schon wieder sein mag: er stellt das erste umfassende Abrüstungsregime für den europäischen Kontinent dar, ein Fundament, auf dem weitere Abrüstung aufbauen kann.

August 1991

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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