Ebenso reichhaltig wie originell bestückt präsentierte sich der Gabentisch im Hause Major, als der britische Premier vor kurzem seinen 50. Geburtstag beging: Sein deutscher Amtskollege Helmut Kohl etwa gratulierte mit einer Leica-Kamera, die saudische Regierung mit 50 roten Rosen, aus dem fernen Australien kamen Zuckerbäcker-Produkte, und der Präsident der früher sowjetischen Republik Turkmenistan überbrachte einen Zuchthengst. Auch das britische Umfrageinstitut "Market and Opinion Research International" (Mori) wartete mit einer Überraschung auf, einer weniger schmeichelhaften allerdings: 81% der Briten gaben an, mit den Leistungen der Regierung unzufrieden zu sein; eines der schlechtesten Ergebnisse überhaupt, so weit Mori-Chef Robert Worcester zurückdenken kann. Kurze Zeit zuvor hatte das Gallup-Institut gemeldet, fast die Hälfte der britischen Bevölkerung würde ihrem Land den Rücken kehren, wenn sich eine Chance böte; 41% aller Briten glauben gar, daß der Niedergang des Inselreichs hinsichtlich der Lebensqualität seiner Bewohner noch nicht beendet sei.
Es ist mehr als nur eine Zahl, es ist eine Mahnung: 8372 muslimische Jungen und Männer wurden am 11. Juli 1995 in Srebrenica, einem Ort im Osten Bosnien und Herzegowinas, getötet.