Ausgabe November 1994

Operation Restore Democracy

Das Janusgesicht des Wilsonismus. Zum weltpolitischen Stellenwert der Operation Demokratie

I

Die Vereinigten Staaten von Amerika verdanken wie die europäischen Kolonialmächte ihren ökonomischen „take-off" zum Teil der Sklavenarbeit. Im Süden der USA arbeiteten wie in der Karibik verschleppte Afrikaner an der Produktion jener Rohstoffe, ohne die die Industrielle Revolution im fernen Europa so nicht hätte stattfinden können. Anders als in den Südstaaten der USA waren aber auf den karibischen Inseln die importierten Negersklaven gegenüber ihren europäischen Ausbeutern in der Mehrheit. Deswegen gab es dort schon früh Versuche der Afrikaner, sich von der Sklaverei zu befreien.

Als vor gut 200 Jahren die afrikanischen Sklaven auf Haiti unter Führung von Toussaint Louverture um ihre Befreiung kämpften, war es für die selbst gerade unabhängig gewordene Republik der Vereinigten Staaten selbstverständlich, sich mit den europäischen Kolonialmächten zusammenzutun, um diesen Aufstand gewaltsam niederzuhalten.

November 1994

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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