Ausgabe Juli 1995

...und raus bist du!

Das Spiel der Ausgrenzung

I

An der symbolischen Vergesellschaftung sozialer Gruppen sind immer werthaltige Selbstbezeichnungen beteiligt, die Angehörige gleichzeitig identifizieren und von "anderen" unterscheiden. Wir "sind" Ökologen, Angestellte, Tennisspieler etc. und unterscheiden uns damit von denen, die das nicht sind. Das ist banal und bleibt in der Regel ohne schwerwiegende Folgen. Zumal dann, wenn die Selbstbezeichnung der Gruppe auch von den "anderen" benutzt und damit anerkannt wird. Abgrenzung gehört zu allen sprachlichen Bedeutungen, und Einheitsbildung ist ohne Grenzziehung gar nicht zu haben. Selbstbezeichnungen werden von der Gruppe gewöhnlich mit positiven Wertungen versehen, die in der Fremdbezeichnung nicht übernommen werden müssen. Katholiken, Tierschützer oder Liberale sind gewöhnlich, was sie sind, weil sie es für positiv oder für selbstverständlich halten. Diese Ansicht braucht in der Fremdidentifizierung niemand zu teilen.

Diese im Kein harmlose Konstellation hat jedoch symbolische Flanken, an denen sie polemisch verschärft werden kann.

Juli 1995

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