Ausgabe Juni 1997

Continent Isoleted

Das politische Kräfteverhältnis innerhalb Europas und auch in Bezug auf die transatlantischen Beziehungen veränderte sich an dem Donnerstag, als die britischen Wahlergebnisse Großbritanniens Randstellung innerhalb der Europäischen Union bekräftigten.

Dies wurde deutlich, obwohl die angeblich pro-europäische Labour Partei die Wahl gewonnen hatte. Die Wahlkampagne hatte nämlich dazu geführt, daß die großen Parteien sich beide noch weiter von Europa entfernten als zuvor, was beweist, daß die Briten zweifellos Insulaner sind und bleiben. Warum sollten sie auch nicht? Ihre Geschichte und ihre geographische Lage gaben ihnen gute Gründe für diesen Status. Wie General DeGaulle es ausdrückte, als er gegen Großbritanniens erste Bewerbung um die Teilnahme am Gemeinsamen Markt sein Veto einlegte:„...was für ein Zeitalter, wenn man nicht, ohne einen Tumult hervorzurufen, sagen kann, daß Großbritannien eine Insel ist...!“ Eine Labour Regierung wird mit Brüssel verbindlicher umgehen als die Konservativen, aber sie wird sich weder an einer gemeinsamen Währung beteiligen, noch wird sie – ohne ein allgemeines Referendum – andere bedeutende Zugeständnisse an die Europäische Union machen, die Großbritanniens Souveränität beschneiden.

Juni 1997

Sie haben etwa 66% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 34% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo