Ausgabe Juli 1998

Chronik des Monats Mai 1998

2.-3.5. - E U. Der Rat der Europäischen Union bestimmt auf einer Sondersitzung in Brüssel den Teilnehmerkreis für die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) und die Einführung des Euro zum 1. Januar 1999. Die elf Staaten, für deren Währungen feste Wechselkurse gelten, sind Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Um die Person des ersten Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt es zu Differenzen. Während die Mehrzahl der Mitgliedstaaten die Bewerbung des Niederländers William Frederik Duisenberg unterstützt, beharrt Frankreich bis zuletzt auf einem eigenen Kandidaten. Duisenberg wird zwar für den vorgesehenen Zeitraum von acht Jahren gewählt, erklärt sich jedoch bereit, vorzeitig zurückzutreten.

4.-5.5. - N a h e r O s t e n. Auf Initiative des britischen Premierministers Blair findet in London eine weitere Runde der Friedensverhandlungen über den Nahen Osten statt, an der auch der israelische Ministerpräsident Netanyahu und Palästinenserpräsident Arafat teilnehmen. Wiederum geht es um Ausmaß und Bedingungen der zweiten Phase des israelischen Rückzuges aus den besetzten Gebieten gemäß dem Abkommen von Oslo (vgl. "Blätter", 6/1998, S. 644). Die Konferenz bleibt ohne konkretes Ergebnis.

Juli 1998

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo