Ausgabe Juli 1998

Editorial

An unsere Leser

Analysen und Alternativen

Deutsche Souveränität im Rahmen eines Weststaats

Innerhalb von vier Wochen wurde im Juli 1948 der Weg zum Grundgesetz frei - obwohl es am Anfang des Monats noch nicht danach aussah. Wolfgang Benz beschreibt, wie es möglich wurde, daß statt eines provisorischen "Zweckverbandes" ein "Staat", der westdeutsche Teilstaat mit fester Einbindung in den Westen, gegründet werden konnte.

Die postnationale Konstellation und die Zukunft der Demokratie

Gelegentlich hört und liest man Klagen über die großen deutschen Intellektuellen und ihr Verhältnis zur Politik: Sie äußerten sich mittlerweile "zu allem möglichen", nur nicht zu den drängenden Fragen der Zeit. Es wird schon etwas daran sein, einerlei ob das an den Intellektuellen liegt oder an der Politik.

Neue Fronten in Zentralafrika

Der Streich war genial geplant: eine Konferenz über die Sicherheitslage Zentralafrikas dem Jahrestag der Machtübernahme in Kinshasa voranzustellen, um die Staats- und Regierungschefs der Nachbarländer am großen Tag beisammen zu haben.

Die Rot-Händler

Im Jahr 1875 ließ die elsässische K a i s e r l i c h e T ab a k m a n u f a k t u r ein markantes Bild als Warenzeichen im Straßburger Handelsregister eintragen: eine Hand mit ausgestreckten Fingern.

Nicht die Kirche als solche?

Endlich sollte es soweit sein: Nach fast 2000 Jahren spricht die katholische Kirche in einem "Akt der Umkehr und Reue" ihr tiefes Bedauern über die Judenfeindschaft und Judenverfolgung aus.

Chronik des Zeitgeschehens

Chronik des Monats Mai 1998

2.-3.5. - E U. Der Rat der Europäischen Union bestimmt auf einer Sondersitzung in Brüssel den Teilnehmerkreis für die dritte Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) und die Einführung des Euro zum 1. Januar 1999.

Medienkritik

Sarajevo in Scope

Der Film beginnt mit einem einfachen Schwarzweiß-Titel, der darauf hinweist, daß es sich um eine Channel-four-Produktion handele. Das erinnerte mich an eine Karikatur, die ein Kino mit einer Riesenleinwand zeigt, auf der in der Mitte ein ganz kleines Bild zu sehen war, worauf ein Zuschauer zum anderen sagt: "Oh, it's another channel-four-film" .

Kommentare

Eine völkische Bewegung neuen Typs

Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Ende April hat selbst die politischen Experten vor Ort überrascht. Als eine Woche vor der Abstimmung Meinungsumfragen der DVU plötzlich 5% gaben, gestand Ministerpräsident Reinhard Höppner, damit "überhaupt nicht gerechnet" zu haben. Am Ende bekam die rechtsradikale Partei fast das Dreifache: 12,9%.

Das Castordebakel der Atombranche

Auch ohne Anti-Castor-Blockaden wird gelegentlich deutlich, daß es im Umgang mit radioaktivem Müll enorme Probleme gibt. Ausmaß und "Bewältigungs"-Rituale des Castorskandals erinnern an die Transnuklearaffaire vor zehn Jahren. Es müssen allerdings nicht einmal - wie damals - 21 Mio.

Nordirland: Time for Peace?

Eine rote Backsteinmauer in Belfast, mit der weiß gepinselten Aufschrift "Time for Peace", davor ein Kind spielend. Das Photo dieser Szene ging im Jahr 1994 um die Welt. Heute ist die Realität den damaligen Hoffnungen ein erhebliches Stück näher gekommen. Am 10.

Wirtschaftsinformation

Umweltinformation

Dokumente zum Zeitgeschehen

Weder Indien noch Pakistan können den Status eines Kernwaffenstaates haben

Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats reagierten auf die Atomtests in Südasien mit der einstimmiger Verurteilung Indiens und Pakistans und drängten sie, alle Atomprogramme zu stoppen und den Frieden in der Region zu erhalten. Auf wirtschaftliche oder politische Sanktionen einigte man sich dagegen nicht. (Vgl.

Für eine Friedenspolitik ohne Militär

Am Pfingstwochenende trafen sich mehr als 1000 Friedensbewegte auf dem "European Peace Congress Osnabrück", der unter dem Motto "350 Jahre Westfälischer Friede" stand und die Teilnehmer zu der seit Jahren größten Strategiedebatte zusammenführte. Unter anderem diskutierte man das im Vorfeld erarbeitete Memorandum.

Kolumne

Religiöser Nationalismus am Werk

Heroische Zurückhaltung erwartet man von Nationen nicht, genausowenig wie von Personen. Kommt sie dennoch vor, so ist dies erbaulich - doch die Annahme, Pakistan könne auf die Demonstration seiner eigenen Atommacht verzichten, spottete der menschlichen Natur und dem politischen Kalkül.