3.5. - N A T O. Der amerikanische Luftwaffengeneral Joseph Ralston übernimmt im Hauptquartier in Mons bei Brüssel das Kommando der NATO-Truppen in Europa (Supreme Allied Commander Europe/SACEUR). Ralston, der US-General Wesley Clark ablöst, ist zugleich Oberkommandierender der amerikanischen Streitkräfte in Europa. - Am 19.5. fordern neun Staaten in einer "Wilnaer Erklärung" ihre Aufnahme in die Nordatlantische Allianz im Rahmen einer zweiten "Osterweiterung". Unterzeichnet ist die Erklärung von den Außenministern Albaniens, Bulgariens, Estlands, Lettlands, Litauens, Mazedoniens, Rumäniens, der Slowakei und Sloweniens. Zu den Teilnehmern einer Konferenz über europäische Sicherheitspolitik in der litauischen Hauptstadt Wilna (Vilnius) gehört auch NATO-Generalsekretär Robertson. Vom 24.-25.5. findet die Frühjahrstagung der Außenminister in Florenz statt. Eines der Themen sind die Meinungsverschiedenheiten zwischen den europäischen Mitgliedern und den USA über ein geplantes amerikanisches Raketenabwehrsystem. An einem Treffen des NATO-Rußlandrates nimmt auch der russische Außenminister Iwanow teil. - R u ß l a n d.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.