Sie sind jung. Sie sind überzeugt, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Sie sind Mitglieder einer Terror-Organisation - der einzigen, die in Westeuropa noch aktiv ist und deswegen Anfang Dezember auch von den EU-Innenministern zum Problem für ganz Europa erklärt wurde. Sie - das sind jene, die in den Reihen der bewaffneten Separatistengruppe Euzkadi ta Azhatasuna (Eta, "Baskenland und Freiheit") für ein unabhängiges Baskenland kämpfen. Und das mit allen Mitteln. In der nordspanischen Provinz herrscht Krieg: Der Krieg der Eta gegen ihre politischen Feinde - und gegen alles, was spanisch ist. 21 Menschen hat die bewaffnete Truppe seit Jahresbeginn umgebracht. Und damit deutlich gemacht, dass sie nach dem im Dezember letzten Jahres beendeten Waffenstillstand sowohl entschlossen als auch in der Lage ist, ihren Terror fortzusetzen. Zuvor hatten der spanische Innenminister Jaime Mayor Oreja und seine Sicherheitsexperten mehrfach triumphiert, die Eta sei mit ihren Kräften am Ende und habe nur deshalb am 16. September 1998 einen vorübergehenden Stopp ihrer militanten Aktionen angekündigt. Eine Fehleinschätzung: Zwar war die Struktur der Eta damals in der Tat angeschlagen und viele ältere Kämpfer der Separatistenorganisation waren des bewaffneten Kampfes müde.
In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert.